Ernährung

Lebensmittel, die positiv auf die Hormone wirken

Echte „Nervennahrung“ – zur Stressbewältigung

ernaehrungBei ständig hoher Belastung und Stresszeiten, greifen wir doch gerne mal zu so genannter Nervennahrung: einem Stück zartschmelzender Schokolade oder einem großen Stück Kuchen. Das Konzept ist einfach: Ein strapazierter Körper und ein ebenso strapazierter Geist verlangen nach einem Ausgleich, einer Belohnung – und das am besten schnell.

Doch der Effekt von kalorienreichem „Happy-Food“ ist ebenso unmittelbar wie kurzzeitig. Das Glückshormon Serotonin beschert uns zwar ein kurzes Hochgefühl, doch landen wir meistens ziemlich schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Was bleibt, sind Fettpölsterchen und ein schlechtes Gewissen.

Dabei ist besonders mit oxidativem Stress nicht zu spaßen, der auf Dauer unseren Körper aus dem Gleichgewicht bringt und sogar mit der Entstehung einer Reihe ernsthafter Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Natürlich ist es keine große Neuigkeit, dass uns Ruhepausen und ausreichend Schlaf auf der Suche nach Entspannung ein ganzes Stück weiterbringen. Aber dafür bleibt selten Zeit, denn wir sind ja schließlich im Stress.
Gesunde Unterstützung bietet eine Reihe von Nahrungsmitteln, die unseren Körper dabei unterstützen, sich nicht mehr so leicht stressen zu lassen. Folgende Gaumenfreuden haben dabei den Titel „Nervennahrung“ auch wirklich verdient.

Avocados

Sie sind reich an B-Vitaminen, Magnesium und Kalium. Gerade Vitamin B1 sowie Magnesium und Kalium tragen bei ausreichender Zufuhr zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Guacamole beispielsweise enthält vitaminreichen Citrussaft, der sie zu einer echten Nervennahrung macht.

Spinat

Ein hoher Magnesiumgehalt trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Auch große Mengen an Kalium sind daran beteiligt – genau wie das ebenfalls darin enthaltene Vitamin B6. Wenn eine ausreichende Zufuhr*) der automatisch auf die Fußnote springt gewährleistet ist, trägt Calcium zusätzlich zu einer normalen Signalübertragung zwischen den Nervenzellen bei. Um möglichst viele wertvolle Nährstoffe zu bewahren, sollte der frische Spinat lediglich kurz gedünstet und nicht gekocht werden.

Nüsse

Sie macht ebenso ein hoher Gehalt an Magnesium und B-Vitamine zur Nervennahrung. Dabei trägt eine angemessene Magnesium-Zufuhr zusätzlich zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Vitamin E trägt bei hinreichender Aufnahme*) dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale zu schützen. Zusätzliche Pluspunkte: Auch Phosphor leistet in adäquater Menge einen Beitrag zu einem normalen Energiestoffwechsel, und Niacin leistet darüber hinaus auch noch einen Beitrag zur normalen psychischen Funktion. Besonders Walnüsse oder Pistazien sind somit die perfekte Nervennahrung für ein kleines Päuschen.

Bananen

Sie enthalten die Aminosäure Tryptophan, die unser Körper in Serotonin umwandelt, also eine echte Alternative zu Schokolade. Dazu kommen Vitamin B6 und zahlreiche Mineralstoffe, wie Phosphor, Magnesium und Kalium. Das Spurenelement Zink trägt bei ausreichender Aufnahme*) zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Übrigens: Je reifer die Banane, desto mehr Zucker enthält sie.

Fisch

Lachs und Thunfisch sind reich an Omega-3- Fettsäuren. Auch das darin enthaltene Vitamin B2 trägt bei hinreichender Aufnahmemenge*) zum Schutz der Zellen vor freien Radikalen und zur normalen Nervenfunktion bei. Besonders beliebt sind diese Fischsorten beispielsweise bei Sushi. Die dort verwendeten Nori-Algen stecken, wie alle Algen, zusätzlich voller Proteine und Vitamine.

Paprika

Stress ist ein Vitaminkiller. Selbst kurze Anspannungsphasen erhöhen den Vitamin-C-Bedarf unseres Körpers. Damit unser Immunsystem normal funktionieren kann, sollte der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Paprika enthält nicht nur doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen, gerade die roten unter ihnen liefern uns auch noch viel Karotin, das unser Körper in Vitamin A umwandelt. Dazu kommen die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen, das in ausreichender Zufuhrmenge*) dazu beiträgt, Müdigkeit und Ermüdung zu vermindern.

Joghurt

Auch hier sorgen das in großer Menge enthaltene Vitamin B, Kalzium und Magnesium dafür, dass aus der Nahrung Nervennahrung wird. Außerdem wird der Körper mit leicht verdaulichem Eiweiß versorgt. In Verbindung mit kleinen Vitaminbomben wie Brombeeren, Erdbeeren oder Himbeeren entsteht ein einfacher und leckerer Anti-Stress-Nachtisch. Mischen Sie das Joghurt jedoch immer nur mit einer Obstsorte, da der viel geliebte „Obstsalat“ nur schwer verdaulich ist.

Hülsenfrüchte

Sie sind ergiebige Magnesium-Lieferanten und reich an Vitamin B1, das nicht ohne Grund auch „Nerven-Vitamin“ genannt wird und Hülsenfrüchte zur Nervennahrung macht, denn es trägt zu einer normalen psychischen Funktion und zur Funktion des Nervensystems bei.

Ingwer

Die scharfe Knolle punktet nicht nur mit einer Vielzahl ätherischer Öle, die die Sinne beleben – sie enthält zudem Vitamin C und wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Calcium. Vitamin C trägt bei bedarfsgerechter Zufuhr zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen psychischen Funktion und Funktion des Nervensystems bei. Damit ist auch die Ingwerknolle eine durchaus zu empfehlende Nervennahrung.

Haferflocken

Das darin enthaltene Vitamin B1 leistet bei ausreichender Zufuhr*) einen Beitrag zu einem normalen Funktionieren des Nervensystems. Zusätzlich enthalten sie im Gegensatz zu ungesundem „Happy-Food“ komplexere Kohlenhydrate. Diese werden aber von unserem Körper langsamer und gleichmäßiger verwertet. Zur Vorbereitung auf einen anstrengenden Tag können wir Haferflocken perfekt mit Nüssen, Bananen und Vitamin-C-reichem Obst zum ultimativen „Anti-Stress-Müsli“ mixen. Angenehmer Zusatzeffekt: Die Energie des Hafers hält lange vor und schützt vor Heißhungerattacken im Laufe des Vormittags.

Stress entsteht auf vielen verschiedenen Ebenen. Um ihn dauerhaft zu meistern, sollten auf jeden Fall mehrere der Ansatzpunkte zur Stressbewältigung in Betracht gezogen werden: Somit können Sport und eine ausgewogene Ernährung möglichst ohne künstliche Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, im Job und Familienleben wieder mehr Wohlbefinden zu erleben.

Die Fitmacher aus obiger Liste können einen unkomplizierten und nicht zu unterschätzenden ersten Beitrag zum psychischen und physischen Gleichgewicht leisten und Ihnen helfen, die Probleme des Alltags leichter zu stemmen.

*) ausreichende Zufuhr: in welchen Mengen Sie die genannten Nahrungsmittel zu sich nehmen, besprechen wir am besten in der Praxis. Für Diabetiker gelten bspw. andere Regeln wie für einen Nicht-Diabetiker. Zudem muss vorab eine mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeit abgeklärt werden.